Erfolge bei der EUG in Coimbra

Bei morgendlich sehr fairen und im Lauf des Tages zunehmend auffrischenden Bedingungen auf der Regattastrecke des Leistungszentrums Montemor-o-Velho wurden die Finals der Ruderwettbewerbe der 4. European Universities Games ausgerudert. Es war ein Finaltag, an dem fast alles passte.

Die Gesamtorganisation des Multisport-Events war aus Sicht der Ruderer nicht optimal. Die Studierenden waren außerhalb des Sportzentrums untergebracht und waren daher weit weg von den zentralen Events. Zusätzlich war der Transport der Veranstaltung durch südeuropäische Gelassenheit geprägt. „Die adh-Delegationsleitung um Ines Lenze hat sich aber hervorragend um Besserung bemüht. Und die Sportler sind sehr positiv und fokussiert geblieben.“, so Disziplinchefin Melanie Baues.

Spätestens das Abschneiden der 55 adh-Ruderer sorgte für gute Stimmung und zufriedene Gesichter. Die Aktiven von 17 deutschen Hochschulen fuhren ein tolles Gesamtergebnis ein. Es gab viermal Gold, sechsmal Silber und dreimal Bronze. In der Nationenwertung kam das adh-Team auf Rang drei hinter den Engländern.

Leonie Neuhaus und Mareike Adams von der Uni Duisburg-Essen starteten den Medaillenregen, ruderten sichere zwei Längen vor dem Feld und sorgten für das erste Gold des Tages. Deutlich stärker bedrängt wurden André Müller, Cedric Borchers, Janosch Brinker und Stefan Giesen. Am Ende aber auch mit einer sicheren Länge Vorsprung und einem Start-Ziel-Sieg: Gold für den Männer-Doppelvierer der Uni Bremen.

Die beeindruckendste Vorstellung in Montemor-o-Velho lieferten Constanze Duell (Uni Bochum) und Luisa Neerschulte (Uni Münster) ab. Neerschulte, Hochschul-Europameistern von 2017, distanzierte das Feld deutlich; ebenso weit davor sicherte sich Constanze Duell souverän die Goldmedaille und den Titel des Jahres 2018. Mit einer geschlossenen Leistung und technisch sauber hielt der Leichtgewichts-Doppelvierer der Uni Karlsruhe mit Adrian Seiler, Adrian Elter, Antoine Duchesne und Johann Fox das gesamte Feld in Schach. Über Gold freuten sich die erstmaligen EUG-Starter aus Baden riesig.

Im Männer-Doppelzweier behielt die Uni Hannover mit Cornelius Dietrich und Paul Peter im Finale die Nerven, wehrte auf Platz zwei liegend die Angriffe der Konkurrenz ab und sicherte sich Silber. Der Leichtgewichts-Doppelvierer der Uni Würzburg mit Sina Schäfer, Mia Müller, Sophia Wolf und Julia Wolf erkämpfte in einem auseinandergezogenen Feld ebenfalls die Silbermedaille. Ganz stark der Auftritt von Moritz Korthals und Simon Kramm, die eingerahmt von international erfahrenen Booten aus Ungarn Silber für die Uni Stuttgart erkämpften.

Bärenstark zeigten sie die Wolf-Schwestern der Uni Würzburg: Zwei Stunden nach der Medaille im Vierer ruderten die Leichtgewichte im Finale des Doppelzweiers. Mit gutem Endspurt schoben sie ihren Bug nach vorn und freuten sich sichtbar über ihre zweite silberne Medaille. Der Doppelvierer mit Schlagfrau Ruth Hotop, Lisa Bugert, Luisa Mathern und Vera Brockherde hatte vor dem Start noch eine Schrecksekunde mit Skullschaden zu verdauen. Im Finale ließen die EUG-Neulinge der Uni Erlangen-Nürnberg aber nichts anbrennen, lieferten sich einen tollen Endspurt mit den Gegnern aus England und freuten sich entsprechend über die Silbermedaille.

Im Vierer-ohne waren die Medaillen hinter den souverän führenden aus Cambridge heiß umkämpft. Im Endspurt konnte sich Karlsruhe aus dem Verfolgerfeld leicht lösen, wodurch sich Lars von Deyn, Simon Gessler, Rupert Pretzler und Jan Nitschke nach einem guten Rennen Bronze sicherten. Das Gießener Duo mit Mara Weber und Norma Diel trotz im Zweier-ohne den windigen Bedingungen des Nachmittags und schob sich mit langen Schlägen zur Bronzemedaille. Der Männer-Achter mit Petar Cetkovic, Michel Overlack, Lukas Klapheck, Sebastian Wellie, Tim Bauerle, Jonas Kell, Vincent Schmitz, Lovis Heinrich und Steuerfrau Gina Völsgen fuhr im starken Achterfeld ein ebenso starkes Rennen und verteidigte die hell schimmernde Bronzemedaille.

Der junge Leichtgewichts-Zweier-ohne mit Christoph Boblest und Sebastian Lentner ruderte beim ersten internationalen Auftritt im Studentensport auf den vierten Rang. Dieser Platz wurde es auch für den Achter des Hamburger Hochschulsports. Die Mannschaft mit Steuerfrau Jenny Schulz, Lisa Sokolkova, Mariam Rembold, Alessandra Rünger, Mara Kölker, Gesa Lindenau, Marie-Christin Bareuther, Ada Stange und Birte Kirchstein ruderte in einem engen Feld um die Medaillen. 100 Meter vor dem Ziel setzten sich die Konkurrentinnen aus Kroatien hauchdünn ab und verwiesen die Hamburgerinnen auf Platz vier.

Im Finale des leichten Männer-Doppelzweiers konnten die Kieler Malte Hein und Max Kölling den Medaillenbooten nicht ganz folgen und kamen als fünfte ins Ziel. Dominik Drüke (Hochschule Ruhr West), hatte hauchdünn den Sprung in das große Finale geschafft. Dort präsentierte er sich gut und kam auf dem fünften Platz ein. Auf Rang sechs ruderte das Boot der Uni Hannover mit Frauke Berger, Johanna Grüne, Frauke Lange und Juliane von Wrangel.

Nach dem Finaltag fällt ein positives Fazit natürlich leicht. „Aber es geht nicht nur um die Ergebnisse. Das Team war sehr angenehm, hat sich gegenseitig unterstütz und ist sehr positiv aufgetreten. Das hat Spaß gemacht!“, meint Disziplinchef Sören Dannhauer.