Perspektivtagung: Studentisches Rudern

Perspektiven und Herausforderungen des studentischen Ruderns waren am 11. November Thema einer eintägigen Bildungsveranstaltung des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbands (adh). Beim Landessportbund Niedersachsen in Hannover kamen adh-Sportdirektor Thorsten Hütsch, ein gutes Dutzend an Obleuten, Trainern und engagierten Aktiven a mit den Disziplinchefs Melanie Baues und Sören Dannhauer sowie der neuen Aktivensprecherin Theresa Hülsmann (Uni Hamburg) zusammen.

Der Deutsche Ruderverband (DRV) war durch Generalsekretär Jens Hundertmark, der ein einführendes Grußwort hielt, und Vorstandmitglied Katharina von Kodolitsch als Gast anwesend. In der Begrüßung von Thorsten Hütsch wurde deutlich, dass die Ruderer im adh eine aktivsten und Sportarten aus dem 33 Disziplinen umfassenden Sportartenkanon sind. National gehört die Deutsche Hochschulmeisterschaft Rudern (DHM) zu den top3 der adh-Meisterschaften. International stellen die Ruderer einen beträchtlichen Anteil der Starter und auch der Medaillengewinner bei Hochschul-Europameisterschaften (EUC/EUG).

Im Spitzensport erfüllt der adh in der Disziplin Rudern im besonderen Maß bei Weltmeisterschaften der Studierenden (WUC) seine Ziele als „Sportverband mit besonderen Aufgaben“. Nachwuchsathleten sollen über die WUC eine Möglichkeit erhalten, an der persönlichen Schwelle zum Spitzensport der offenen Altersklasse auf höchstem Niveau sportliche Förder- und Forderung zu erhalten. Die hohe Zahl an Medaillen-und Finalplatzierungen führt dazu, dass die Ruderer in der höchsten Vergabestufe des adh stehen, wenn die Spitzensport-Mittel des BMI zur WUC-Teilnahme vergeben werden.

Die Tagesordnung und die Beiträge der Teilnehmer rückten den Bereich des nicht-leistungssportlichen studentischen Ruderns in den Vordergrund. Von ca. 3,3 Millionen Studenten und Mitarbeitern deutscher Hochschulen rudern nach älteren Erhebungen pro Jahr ca. 15.000 Aktive in universitären Ruderkursen. Bei der DHM findet sich dieses große sportliche Potenzial besonders in den Novice- und Challenge-Wettbewerben, die mit fast 500 Rollsitzen (DHM 2016) verlässlich ca. 50% der DHM-Starterfelder ausmachen. Diese Zielgruppe, so die klar formulierte Meinung, stellt ein besonderes Potenzial dar. Nicht zuletzt, weil es im Sportkalender des Fachverbands DRV, wenige oder fast keine Angebote für die Zielgruppe gibt. In diesem Sinne nahmen die Diskussionen um best-practice-Modellen der Aktivenbindungen sowie von Regelauslegungen und -anpassungen der DHM-Starberechtigungen nach Starts auf Regatten des Deutschen Ruderverbands großen Raum ein.

„Ich bin begeistert, welchen Einsatz die Obleute und Aktiven in einer so komplexen Sportart zeigen.“, fasste Thorsten Hütsch seine Eindrücke über den offenen und intensiven Austausch im Workshop zusammen. Einigkeit herrschte, die gute Entwicklung der DHM stabilisieren zu wollen und Änderungen nur moderat einfließen zu lassen. Zum Jahresende sollen kleine Änderungen im Bereich der Novice- und Challenge-Rennen formuliert werden und nach Möglichkeit schon für 2018 zur Anwendung kommen.