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Ruderer genießen erste Universiade nach 20 Jahren Abstinenz

Direkt am ersten Finaltag nach der gigantischen Eröffnungsfeier der Universiade im Russischen Kazan gewannen für das Deutsche Team Jann-Edzard Junkmann (Uni Hannover), Milan Dzambasevic (FH Erding), Kay Rückbrodt (Uni Hamburg) und Alexander-Nicholas Egler (Uni Hannover). Im schweren Männer Vierer ohne Steuermann kontrollierte das deutsche Quartett während des gesamten Rennens die Konkurrenz und fuhr einen deutlichen Sieg ein. „Wir wollten den anderen Nationen von vorne weg unser Rennen aufzwingen. Mit unser physischen Stärke sind wir dann ein gutes Tempo gegangen“, sagte Kay Rückbrodt nach dem Rennen. DRV-Sportdirektor Mario Woldt, in Kazan live dabei, lobte die Leistung der Vier. „Die Jungs haben von Anfang an gezeigt, dass sie hier gewinnen wollen. Das war sehr souverän“, sagte Woldt.

Ebenso souverän zeigte sich der leichte Männer Vierer ohne Steuermann. Tobias Franzmann (Uni Hamburg), Stefan Wallat (Uni Duisburg-Essen), Daniel Wisgott (Uni Bochum) und Lasse Antczak (FH Würzburg-Schweinfurt) distanzierten ihre Gegner schon am Start. Nach 250 Metern lag das Boot des Deutschen Ruderverbandes (DRV) mit einer Länge voraus. „Wir sind am Start immer sehr schnell. Bei 1000 Meter sind wir einen Sprint gefahren. Der hat das Rennen entschieden“, sagte Stefan Wallat. Sein Trainer Ralf Bockelmann unterstrich die gute Leistung der Mannschaft. „Die Jungs sind auf den Punkt topfit. Vor allem die Technik der Vier ist beeindruckend“, sagte Bockelmann.

Die dritte Rudermedaille des Tages erkämpften sich Kathrin Isabell Thoma (Uni Frankfurt/Main) und Nora Wessel (Uni Hannover). Im leichten Doppelzweier der Damen gewannen die Deutschen die Silbermedaille. „Ich bin froh, dass es mit einer Medaille geklappt hat“, sagte Kathrin Isabell Thoma. Dabei kämpften sich die  beiden Studentinnen innerhalb der letzten 1000 Meter vom fünften auf den zweiten Platz und trotzten widrigen Wetterbedingungen. „Die beiden hatten es auf Grund des Gewitters nicht leicht. Doch sie haben die Aufgabe mit ihrer Technik und Physis wunderbar gelöst“, analysierte Sportchef Uwe Maerz.

Am Abend wurde das Deutsche Ruderteam daher beim Empfang der Deutschen Botschaft auf dem Dach des Mariott Hotels am Kazaner Kremel ausgiebig gefeiert. Gemeinsam mit den übrigen Sportlern des Teams sowie zahlreichen Ehrengästen wurde die Abendstimmung über den Dächern der Tatarischen Metropole genossen.

Am zweiten Tag ging Julius Peschel (Uni Hannover) im LM1x schon direkt nach dem Start in Führung. Nach 500 Meter hatte der Student aus Hannover einen Vorsprung von zwei Sekunden. „Ich wusste, dass ich mit der Taktik des schnellen Starts gewinnen kann. Trotzdem war es eine schwere Aufgabe heute“, sagte Peschel. In der Folge kontrollierte der Deutsche das Rennen. Konstant hielt Peschel seinen Kontrahenten Jerzy Kowalski aus Polen auf Distanz. Mit einer Bootslänge Vorsprung sicherte sich der Philosophie-Student die Goldmedaille. „Das war ein hartes Rennen. Ich war froh als ich die Ziellinie erreichte“, resümierte der Deutsche. Jerzy Kowalski gewann Silber. Bronze sicherte sich Gabor Csepregi aus Ungarn. „Das ist für mich eine ganz besondere Goldmedaille. Die Atmosphäre im Team ist einzigartig “, sagte Peschel.

Für Olympiasieger Philipp Wende (TU BA Freiberg) endete die Universiade nach dem Verpassen des A-Finals am gestrigen Sonntag mit einem Erfolgserlebnis. Das B-Finale gewann der Deutsche in 07:19,46 vor den Ruderern aus Frankreich und Finnland. „Der Sieg von Philipp war wichtig. Er hatte sich nach London voll auf sein Studium konzentriert. Er kann mit der gezeigten Leistung mehr als zufrieden sein“, sagte Disziplinchef Jens Hundertmark. Generell fiel das Fazit sehr positiv aus. Mit drei Gold- und einer Silbermedaille haben die deutschen Ruderer die Erwartungen mehr als erfüllt.