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Timo Piontek und Stephan Krüger über die Studenten-Weltmeisterschaft Rudern 2016

Stephan Krüger und Timo Piontek bereiten sich aktuell mit der A-Nationalmannschaft des Deutschen Ruderverbands auf die Olympischen Spiele in Tokio vor.

Bei der Studenten-Weltmeisterschaft (WUC) 2016 in Poznan sind sie im Doppelzweier gerudert. Auf den ersten Blick war es ein ungleiches Duo: Timo Piontek war vom Alter gerade im A-Bereich angekommen und hatte in jenem Jahr in Poznan seinen internationalen Saisonhöhepunkt. Stephan Krüger war einige Wochen zuvor bei den olympischen Spielen in Rio de Janeiro im Doppelzweier angetreten und hatte mit 27 Jahren schon einiges an Rudererfahrung voraus. Gemeinsam ruderten sie in Poznan zum WUC-Titel.

Etwas mehr als drei Jahre nachdem adh-Disziplinchef Sören Dannhauer die beiden bei der WUC begleiten konnte sprechen wir über Erfahrungen und Erinnerungen, die das Team mit den studentischen Titelkämpfen verbinden.

SD: Timo, für dich war die WUC 2016 der internationale Zielwettkampf. Aus dem U23-Bereich warst Du bereits „herausgewachsen“, in der A-Mannschaft noch nicht angekommen. Wie wichtig war die Studenten-Weltmeisterschaft?

TP: Dadurch, dass ich noch nicht in der A-Mannschaft angekommen bin stellte ich mir die Frage, an welchen Regatten ich in der Saison teilnehmen soll und kann. Die Teilnahme an der Studenten WM gab mir ein Ziel und einen Wettkampfhöhepunkt. So konnte ich mein Training besser planen und war stets motiviert. Als ich dann im Saisonverlauf die Mitteilung erhielt, dass auch Stephan Krüger an der Studenten WM teilnehmen wird und ich mit ihm Doppelzweier fahren darf, war ich ziemlich überrascht und habe mich sehr gefreut.

SD: Stephan, im Juni vor der WUC hatte ich dich explizit gefragt, ob deine WUC-Bewerbung ernst gemeint ist. Ob Du nach Rio den noch Motivation für einen weiteren internationalen Titelkampf hast. Wo kam die Motivation her, kurz nach den olympischen Spielen noch ein ernsthaftes Regatta-Wochenende zu rudern?

SK: Die olympischen Spiele sind für mich nicht optimal gelaufen. Ich hatte auch kurz mit dem Gedanken gespielt, die WUC abzusagen. Aber ich wollte das Jahr so nicht beenden und habe mich dann dazu entschlossen in einer wirklich super entspannten Atmosphäre ein für mich versöhnlichen Abschluss zu finden. Außerdem wollte ich auch meiner Hochschule, die mich über Jahre unterstützt hatte, etwas zurückgeben.

SD: Von außen hat der Zweier mit Euch viel Spaß gemacht. Stephan ist von Tag zu Tag entspannter durch die Regatta gegangen, Timo hat in den wenigen Trainingsfahrten und Vorrennen wie ein Schwamm neue Erfahrungen gesammelt und gut umgesetzt. Wie war es für Euch gemeinsam in einem Boot – und nach wenigen Tagen, um den Titel zu rudern?

TP: Ich war vor der ersten Trainingseinheit vor Ort in Poznan sehr aufgeregt, da ich keine Fehler machen wollte und mich gut präsentieren wollte. Aber Stephan hat mir die Nervosität durch seine entspannte Art genommen. Die Einheiten vor dem Wettkampf haben auch uns im Boot sehr viel Spaß gemacht.

SK: Ich kann mich noch daran erinnern wie Du (Sören) geschluckt hast, als ich sagte, dass ich seit Rio keinen Sport mehr gemacht habe. Ich habe mit der Regatta nur Spaß haben wollen ohne den ganzen Druck, der bei den Olympischen auf einen gelastet hat. Das Training mit Timo hat er super gemacht. Timo musste sich wegen mir glaube ich etwas in Geduld üben, da ich erst einmal wieder das Rudern erlernen musste nach 5 Wochen Abstinenz. Aber von Tag zu Tag ging es dann besser und wir bekamen unser Boot ganz schnell und gut zum Laufen. Wir waren uns nach dem Vorlauf einig, dass in dem Boot einiges an Potential steckte. Die Art wie mental entspannt wir dann so bis zum Finale durchgegangen sind empfand ich als sehr erfrischend.

SD: Stephan, Du bist 2017 etwas küzer getreten aber 2018 mit Blick auf Tokio wieder voll dabei. Timo, Du hast dich seit der WUC fest in der A-Mannschaft etabliert. Welchen Stellenwert hatte die WUC für Euren sportlichen Weg in dieser Olympiade?

SK: Da muss ich ehrlich sein. Die WUC hat für mich nicht den entscheidenden Ausschlag gegeben mich einem weiteren Zyklus hinzugeben. Aber dennoch kann ich das Format der WUC insbesondere für Nachwuchssportler empfehlen, da hier in einem sehr sympathischen und lockeren Rahmen Rennen auf hohem Niveau stattfinden. Eine tolle Sache für junge Sportler, die dabei sind, sich auf den Weg der Olympischen Spiele zu begeben.

TP: Die WUC war sozusagen mein Sprungbrett in die Nationalmannschaft. Die Erfahrungen, die ich bei der WUC mit Stephan gesammelt habe, konnte ich in mein tägliches Training einfließen lassen und es somit auf ein neues Level bringen. Dadurch habe ich die notwendigen Schritte gemacht, um mich für die Nationalmannschaft zu empfehlen.

Vielen Dank für das Gespräch. Und natürlich viel Erfolg für Euch auf dem Weg zur olympischen Regatta in Tokio!

 

Nominierungskriterien WUC 2020 Rudern_final