Universiade Kazan (RUS) 2013

Ruderer feiern erste Universiade nach 20 Jahren Abstinenz. Die Universiade in Kazan setzte neue Maßstäbe. Mit 13.000 Teilnehmern aus 170 Ländern wird sie die größte Veranstaltung in der Geschichte der Studenten-Weltspiele bleiben. Neben den 13 Kernsportarten hatten die russischen Organisatoren 14 optionale Sportarten in das Programm aufgenommen.

142 Athletinnen und Athleten in 18 Sportarten sowie knapp 80 Offizielle stellten die deutsche Universiade-Delegation 2013. Damit entsendet der adh erstmals seit den 1990er Jahren mehr als 220 Teilnehmer zu einer Universiade.

Der Deutsche Rudersport wurde vertreten durch die Aktiven:

Julius Peschel (Uni Hannover) im LM1x
Philipp Wende (TU Freiberg) im M1x
Nora Wessel (Uni Hannover) und Katrin Thoma (Uni Frankfurt) im LW2x
Sophie Paul (TU Berlin) und Ulrike Törpsch (FU Berlin) im W2x
Hagen Rothe (HU Berlin) und Heiner Schwartz (DSHS Köln) im M2x
Lasse Antczak (FH Würzburg), Tobias Franzmann (Uni Hamburg), Daniel Wisgott (Uni Bochum) und Stefan Wallat (Uni Duisburg-Essen) im LM4-
Jan-Edzart Junkmann und Alexander Egler (Uni Hannover), Kay Rückbrodt (Uni Hamburg) und Milan Dzambasevic (FH Erding) im M4-

TeamleitungKomplettiert wurde die Deutsche Ruderpräsenz durch die beiden adh-Disziplinchefs Jens Hundertmark und Uwe Maerz, sowie Ralf Bockelmann als Trainer. Der DRV war mit Sportdirektor Mario Woldt vertreten, was von den Aktiven durchweg als sehr positiv aufgenommen wurde. Der englischsprachige Rennkommentar wurde von Sebastian Franke vor Ort beigetragen, Mark Bitter war als FISA Schiedsrichter gewohnt souverän im Einsatz und Stephanie Palfner und Axel Müller als FISA Delegierte. Arno Boes kommentierte live für Eurosport aus der Heimat.

Direkt am ersten Finaltag nach der gigantischen Eröffnungsfeier der Universiade im Russischen Kazan gewannen für das Deutsche Team Jann-Edzard Junkmann, Milan Dzambasevic, Kay Rückbrodt und Alexander-Nicholas Egler. Im schweren Männer Vierer ohne Steuermann kontrollierte das deutsche Quartett während des gesamten Rennens die Konkurrenz und fuhr einen deutlichen Sieg ein. „Wir wollten den anderen Nationen von vorne weg unser Rennen aufzwingen. Mit unser physischen Stärke sind wir dann ein gutes Tempo gegangen“, sagte Kay Rückbrodt nach dem Rennen. DRV-Sportdirektor Mario Woldt, in Kazan live dabei, lobte die Leistung der Vier. „Die Jungs haben von Anfang an gezeigt, dass sie hier gewinnen wollen. Das war sehr souverän“, sagte Woldt.

Ebenso souverän zeigte sich der leichte Männer Vierer ohne Steuermann. Tobias Franzmann, Stefan Wallat, Daniel Wisgott und Lasse Antczak distanzierten ihre Gegner schon am Start. Nach 250 Metern lag das Boot des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbands (adh) mit einer Länge voraus. „Wir sind am Start immer sehr schnell. Bei 1000 Meter sind wir einen Sprint gefahren. Der hat das Rennen entschieden“, sagte Stefan Wallat. Sein Trainer Ralf Bockelmann unterstrich die gute Leistung der Mannschaft. „Die Jungs sind auf den Punkt topfit. Vor allem die Technik der Vier ist beeindruckend“, sagte Bockelmann.

Die dritte Rudermedaille des Tages erkämpften sich Kathrin Isabell Thoma und Nora Wessel. Im leichten Doppelzweier der Damen gewannen die Deutschen die Silbermedaille. „Ich bin froh, dass es mit einer Medaille geklappt hat“, sagte Kathrin Isabell Thoma. Dabei kämpften sich die  beiden Studentinnen innerhalb der letzten 1000 Meter vom fünften auf den zweiten Platz und trotzten widrigen Wetterbedingungen. „Die beiden hatten es auf Grund des Gewitters nicht leicht. Doch sie haben die Aufgabe mit ihrer Technik und Physis wunderbar gelöst“, analysierte Sportchef Uwe Maerz.

goldgoldsilberpaulAm Abend wurde das Deutsche Ruderteam daher beim Empfang der Deutschen Botschaft auf dem Dach des Mariott Hotels am Kazaner Kremel ausgiebig gefeiert. Gemeinsam mit den übrigen Sportlern des Teams sowie zahlreichen Ehrengästen wurde die Abendstimmung über den Dächern der Tatarischen Metropole genossen.

Am zweiten Tag ging Julius Peschel im LM1x schon direkt nach dem Start in Führung. Nach 500 Meter hatte der Student aus Hannover einen Vorsprung von zwei Sekunden. „Ich wusste, dass ich mit der Taktik des schnellen Starts gewinnen kann. Trotzdem war es eine schwere Aufgabe heute“, sagte Peschel. In der Folge kontrollierte der Deutsche das Rennen. Konstant hielt Peschel seinen Kontrahenten Jerzy Kowalski aus Polen auf Distanz. Mit einer Bootslänge Vorsprung sicherte sich der Philosophie-Student die Goldmedaille. „Das war ein hartes Rennen. Ich war froh als ich die Ziellinie erreichte“, resümierte der Deutsche. Jerzy Kowalski gewann Silber. Bronze sicherte sich Gabor Csepregi aus Ungarn. „Das ist für mich eine ganz besondere Goldmedaille. Die Atmosphäre im Team ist einzigartig “, sagte Peschel.

Für Olympiasieger Philipp Wende endete die Universiade nach dem Verpassen des A-Finals am Sonntag mit einem Erfolgserlebnis. Das B-Finale gewann der Deutsche in 07:19,46 vor den Ruderern aus Frankreich und Finnland. „Der Sieg von Philipp war wichtig. Er hatte sich nach London voll auf sein Studium konzentriert. Er kann mit der gezeigten Leistung mehr als zufrieden sein“, sagte Disziplinchef Jens Hundertmark. Generell fiel das Fazit sehr positiv aus. Mit drei Gold- und einer Silbermedaille haben die deutschen Ruderer die Erwartungen mehr als erfüllt.

Sophie Paul und Ulrike Törpsch konnten sich in ihrem zweiten 2.000m Rennen im Frauen-Doppelzweier (W2x) gut zum Vorlauf steigern. Der Finaleinzug war im Blick. Dennoch, die Konkurrenz war an diesem Tag zu solide und somit kamen sie über einen knappen 4. Platz nicht hinaus. Wie schon im Halbfinale des Frauen-Doppelzweiers (W2x) war auch im Finale B eine Leistungssteigerung deutlich erkennbar und somit belegten Sophie Paul und Ulrike Törpsch im Finale B eine guten zweiten Platz.

Weitere Informationen

En persönlicher Rückblick von Sebastian Franke aus dem RUDERMAGAZIN 08/2013

pdf RUDERMAGAZIN 08/2013

Vorschau aus dem FISU-Magazin.

pdf FISU Magazin

Ausblick im RUDERMAGAZIN 10/2012.

pdf RUDERMAGAZIN 10/2012

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